Betreuungskonzept unserer Tagespflegen

Betreuungskonzept unserer Tagespflegen

Betreuungsleitbild

Das Betreuungsleitbild beschreibt unser Verständnis von der Zielgruppe, die Zielsetzung der Betreuungsstuben und den Anspruch unseres pflegerischen Handelns. Die Idee hinter den Betreuungsstuben fußt dabei auf dem grundlegenden Bedürfnis eines hilfebedürftigen Seniors nach würdevoller, herzlicher und individueller Betreuung. Durch die konsequente Umsetzung unseres bewährten Betreuungskonzeptes, das auf unserer mehr als zehnjährigen Erfahrung basiert, verknüpfen wir die Würde des Gastes mit einer tatsächlichen Entlastung der pflegenden Angehörigen

 

Die Zielgruppe bilden hierbei demenzerkrankte, altersdepressive und parkinson­erkrankte Menschen sowie allgemein betreuungsbedürftige Senioren, die noch im eigenen Zuhause leben. Unser Ziel ist es, unseren Gästen einen Aufenthalt zu bieten, in dem sie mit ihren körperlichen, seelischen und geistigen Gegebenheiten ganzheitlich angenommen, unterstützt und begleitet werden. Wir geben in den Betreuungsstuben unseren Gästen Hilfestellung bei der persönlichen Sinnerfüllung.

 

Bedarfsgerechte Betreuung 

 

Aus dem aktuellen Stand der Forschung über Demenz und dem kognitiven Hilfebedarf im Alter lässt sich erschließen, dass die bedarfsgerechte Versorgung von Patienten – auch in der Tagesbetreuung – eine durchdachte und vielschichtige Umgebung verlangt, die gängige Methoden der Altenpflege, wie Validation und Normalitätsprinzip, mit einem individualisierten Ansatz verbindet.

Diese Umgebung darf sich somit nicht nur auf ein angepasstes räumliches Umfeld reduzieren, sondern muss – um eine ganzheitliche, zielbewusste Behandlung zu garantieren – durch befähigtes Personal, systematische Betreuungspläne und ein homogenes Betreuungsverständnis ergänzt werden.

 

Betreuungsleitfaden aus 18 Grundpfeilern

 

Alle Bestandteile dieses ressourcenorientierten Ansatzes werden – im Bewusstsein der Komplexität des Vorgehens – in einem eigenen Betreuungsleitfaden festgehalten, der aus 18 Grundpfeilern besteht. Dabei werden bewusst insbesondere die Beschäftigungs- und Betreuungsleistungen herausgearbeitet, denn fälschlicherweise werden Tagespflegen häufig als reine Pflegeeinrichtungen gesehen.

 

Motorische und kognitive Förderung

 

Dies ist eine generell zwar nachvollziehbare, allerdings eher unzureichende Zuschreibung. Um dem primären Krankheitsbild der Betreuten gerecht zu werden, besteht weniger der Bedarf ausschließlich an Pflegeleistungen, wie Grundpflege oder Verlagerung, sondern viel mehr darüber hinausgehend an motorischer und kognitiver Förderung im Aufenthalt.



18 Grundpfeiler

Die folgende Übersicht vermittelt ein operatives Verständnis und stellt zugleich Betreuungsgrundsätze und unser Selbstverständnis dar.

Aufmerksamkeit

 „Gabi (Mitarbeiter) und Ella (Gast), eine passionierte Köchin, kaspern beim Zubereiten des Kartoffelsalats in der Küche, während Jonas (Praktikant) die restliche Gesellschaft durch das interaktive Vorlesen der Tageszeitung am Weltgeschehen teilnehmen lässt – trotz Demenz.“

Ressourcenorientierung

„Da sich Ella (Gast) infolge ihrer reduzierten Feinmotorik mit klassischen Brettspielen nicht mehr vergnügen kann, unterhält Dennis (Mitarbeiter) durch Steckspiele ihr frohes Gemüt auf eine ressourcenorientierte Weise.“

Individualität

„Die Betreuungsstuben beschäftigen mehr Betreuungspersonal, als es die Mindestvoraussetzungen verlangen, an die sie der Versorgungsvertrag gemäß § 72 SGB XI bindet. Selbst auffällige Verhaltensmuster potentieller Gäste können somit in unseren Einrichtungen therapiert werden, um den Menschen in einem scheinbar konfliktären Lebensabschnitt Halt zu geben und mit Herz zu begleiten.“

Biographische Ausrichtung

„Gerhard (Gast) war von Beruf Hausmeister. Da ihm Gedächtnisspiele und Sitzgymnastik nicht liegen, unterstützt er die Tagespflege mit Rat und Tat gekonnt beim Anleiten des Glühbirnenwechsels und der täglichen Gartenpflege.“

Partizipation

„Mahlzeiten – also Frühstück, Mittagessen, Zwischenmahlzeiten und Kaffeetisch – werden mit den Gästen vor Ort frisch zubereitet; auch Dekorations- und Reinigungsarbeiten werden gemeinsam bewältigt. Dabei achten wir natürlich auf die persönlichen Vorlieben und Fähigkeiten unserer Gäste: Alle werden in dem Maße eingebunden, wie sie es möchten und können.“

Familiencharakter

„Kathrin, Gabi, Annabella, Jonas und Silvia sind repräsentative Mitarbeiter der Betreuungsstuben. Sie sind herzlich, spontan, kreativ, empathisch und arbeiten im Team.“

Ausdauernde Förderung

„Die Planung und wiederholte Umsetzung von Fördermaßnahmen, die zu einer Verbesserung der Pflegesituation, Reduzierung der Unsicherheiten und Störreize, aber auch zur Steigerung der Akzeptanz unserer Gäste gegenüber der Tagespflege führen, verfolgen die Betreuungsstuben mit viel Hingabe, Beharrlichkeit und hoher Präzision.“

Aktivität

„Der liebevolle Großvater, Alfred (Gast), versteht sein Umfeld nicht: Wo ist meine Mutter? Wer sind die jungen Leute, die mich Papa nennen? Selbst nachts kommt Alfred nicht zur Ruhe. Nach den ersten fünf Besuchstagen in den Betreuungsstuben, zahlreichen Gedächtnisspielen, anspruchsvoller Sitzgymnastik und stimulierenden Gesprächskreisen entspricht der Biorhythmus des ausgelasteten Alfreds nun wieder der Normalität. Auch für die anfängliche Skepsis und Unruhe ist angesichts des kurzweiligen Unterhaltungsprogrammes in den Betreuungstuben keine Zeit mehr. Die abwechslungsreiche und intensive Beschäftigung entspricht dem für uns wichtigsten Merkmal einer fördernden Tagesbetreuung.“

Entlastung

„Frau Czech (Angehörige) schätzt die Zusatzleistungen der Betreuungsstuben. Dank des Hol- und Bringservices ist es ihr möglich, zugleich für eine angemessene Beaufsichtigung der Mutter zu sorgen und ihrem Beruf als Krankenpflegerin im Schichtdienst weiterhin nachzugehen.“

Flexibilität

„Die Betreuungsstuben nehmen Menschen auf, die von anderen Tagespflegen abgelehnt werden, und stellen sich auf Angehörige in gleichem Maße ein, wie sie es bei ihren Gästen tun.“

Sitzordnung

„Die umsichtige Sitzordnung der Tagesgesellschaft ist ein zentrales Element, die Zufriedenheit unserer Gäste in den Betreuungsstuben zu stärken. Dabei ist darauf zu achten, dass sich die Sitznachbarn sympathisch sind, der Hilfebedarf sich im Sinne einer homogenen Gruppe ähnelt (beispielhafte Unterscheidungen: rüstig – anfänglich dement – fortgeschritten dement) und die individuellen Vorlieben berücksichtigt sind (Freundschaften, Wesen, Gehör, etc.). Somit darf unser rüstiger, feingeistiger Willy (Gast) auf keinen Fall neben unserer aufgeweckten Grete (Gast) sitzen, die sich aufgrund ihrer Demenz eine sehr markante Gesprächsführung angeeignet hat.“

Dekoration

„Im Frühling duftet es nach frisch geschnittenen Blumen, die auf den Tischen strahlen, im Herbst nach Laub und getrockneten Hagebutten, bevor zu Weihnachten der Christbaum erleuchtet und die Nadeln in warmen Licht erscheinen. Ungeachtet des Krankheitsbildes soll sich jeder Gast durch sämtliche Sinneswahrnehmungen in den Betreuungsstuben und im Kalenderjahr orientieren können. Ein vielseitiges, am jahreszeitlichen sowie kulturellen Kalender orientiertes Dekorationskonzept trägt diesem Anspruch Rechnung.“

Anwesenheit

„Die Mitarbeiter der Betreuungsstuben sind für unsere Gäste omnipräsent. In jedem Fall – ohne Ausnahme, ungeachtet von Pausen – beaufsichtigt/beaufsichtigen und beschäftig/beschäftigen mindestens 1 Mitarbeiter, bestenfalls 3 Mitarbeiter unsere Gruppe im Aufenthaltsraum – während der Rest der Belegschaft alle weiteren Gäste versorgt. Zeit für Heimweh ist in den Betreuungsstuben rar, da unsere Mitarbeiter stets die Aufmerksamkeit des Gastes erwerben und diesen bewusst pflegen und betreuen.“

Gedeck

„Dekoration zum einen, das sorgfältig ausgewählte Tisch-Gedeck zum anderen. Unsere Tische im Aufenthaltsraum umfassen zwei Drittel des Blickfeldes der Gäste während des Aufenthaltes in den Betreuungsstuben und werden mit saisonal-kreativer Dekoration, einheitlichem Geschirr und Besteck, ansehnlichen Tischdecken, abgestimmten Servietten und frischen Getränken reich gedeckt.“

Generationsspezifisches Ambiente

„In den Betreuungsstuben gibt es keine modernen Designermöbel, keine klinischen Fußböden und auch kein progressives Farbkonzept. Es herrscht der funktionale, für uns jüngere Leute so schrullige Einrichtungsstil, der zum Verweilen einlädt und jeglichem räumlichen Unbehagen der Gäste entgegenwirkt. Bei einem Neubau ist bereits im Grundriss und bei den Baumaterialien ein zeitloser, jedoch warmer, einladender, vor allem aber generationsorientierter Baustil berücksichtigt.“

Kommunikation

„Barbara (Angehörige) sorgt sich um die Ess- und Trinkgewohnheiten der dünnen Mutter, Anneliese (Gast). Aus diesem Grund suchen wir häufig den Kontakt zu den Angehörigen und sind jederzeit ansprechbar, um uns über Wünsche, Sorgen und pflegerelevante Informationen auszutauschen.“

Verpflegung

„Ob rüstiger Senior oder zerstreuter Geist, die selbstgemachte Verpflegung in den Betreuungsstuben verwöhnt durch Geruch wie Geschmack die Sinne aller Gäste. So eröffnet bereits die Vor- und Zubereitung neben psycho-motorischen Therapiemöglichkeiten eine wertvolle Gelegenheit, unsere Gäste kognitiv zu stimulieren. Genauso achtet unser Pflegepersonal darauf, dass die Gäste trotz kognitiver Einschränkungen genug Flüssigkeit zu sich nehmen. Hier helfen unsere ebenfalls frisch zubereiteten Getränke.“

Teilnahme

„Viele Angehörige der Betreuungsstuben schaffen es durch Beruf und Familie nicht, unsere Einrichtung in regelmäßigen Abständen persönlich zu besuchen. Somit fällt es schwer, die Vielfalt und Qualität des Beschäftigungsprogramms vor Ort zu präsentierten. Um dies auszugleichen erhalten alle Angehörige mit dem „Betreuungsstuben-Bericht“, den aktuellen Beiträgen auf unserer Website und den interessanten Meldungen auf unserer Facebook-Seite ausdrucksstarke Einblicke in unsere Betreuungsarbeit.“



Pflegemodell, Betreuungsprozess, Pflege- und Betreuungssystem

 

Pflegemodell

 

Die Betreuung setzt sich nicht nur aus klassischen, sichtbaren Anteilen zusammen, sondern auch – und insbesondere – aus den unsichtbaren Formen der Betreuungsarbeit. Gemeint ist die Toleranz, das Zulassen, das Mensch-Sein lassen und das Begleiten der Menschen mit Demenz.

 

Das Begleiten orientiert sich an der biografischen, validierenden und selbstreflektierenden Haltung. Die Betreuung richtet sich nach den Ressourcen des betreuungsbedürftigen Menschen, die Selbstbestimmung jederzeit zulässt. Gerade die Menschen mit leichter bis mittlerer Demenz sind noch sehr aktiv und ihre Ressourcen können hier mit den obengenannten, unsichtbaren Formen der Betreuung hervorgehoben und gefördert werden:

 

Eine aktive Betreuung, die den Gast unterstützt, genau das zu tun was ihm möglich und wichtig ist, und womit er noch Erfolge erleben kann.

 

Wir möchten die Selbsthilfskräfte stabilisieren, damit ein Hilfs-Ich ausreicht. Aktive Betreuung muss sich stets als Identitätshilfe begreifen.

 

Persönlichkeit und Werte des Einzelnen

 

Die Persönlichkeit des einzelnen Gastes, seine Werte, Ziele und Entscheidungen sind ernst zu nehmen und zu beachten. Gerontopsychiatrische Betreuung muss sich vermehrt mit seelischen und bedürfnisorientierten Inhalten beschäftigen. Begleitet von dem Gedanken, dass sogenannte Probleme auch schlichtweg normale Grundbedürfnisse sein können.

Pflegemodell Betreuungsarbeit

Schlüssel zu einer entbürokratisierten Pflege

 

Neben dem Betreuungsleitbild der Betreuungsstuben (den oben dargestellten 18 Grundpfeilern) arbeiten unsere Mitarbeiter mit dem modernen SIS-Pflegemodell (Strukturelle Informationssammlung). Neben der pflegefachlichen Einschätzung legt dieses hohen Wert auf individuelle Lebensrealität und Bedürfnisse der Menschen mit Pflegebedarf und ihrer Angehörigen. Das SIS-Pflegemodell ist der Schlüssel zu einer entbürokratisierten Pflege, die es uns ermöglicht, mehr Zeit mit unseren Gästen statt vor Zettel und Papier zu verbringen und trotzdem eine perfekt angepasste, ganzheitlich Pflegemaßnahmenplanung zu gestalten. Es hilft uns, pflegerische Informationen zu analysieren, Fähigkeiten, Bedürfnisse und Probleme zu erkennen und angemessene Maßnahmen einzuleiten.


Betreuungsprozess Pflegemaßnahmen

Betreuungsprozess

 

Die bewusste Planung des Betreuungsprozesses ermöglicht eine zielgerichtete und ganzheitliche Versorgung von Senioren, die sich an der Individualitäts-Maxime orientiert. Demnach entspricht die Pflegeplanung einem methodischen Ansatz zur systematischen Entwicklung, Realisierung und Reflexion professioneller Pflegemaßnahmen. Die Planung beschreibt logisch geordnete Schritte zur Entfaltung eines Förderpotentials.


Pflege- und Betreuungssystem

 

Die Arbeitsorganisation des Pflegebereichs erfolgt im Bezugspflegesystem der Gruppenpflege auf Grundlage individueller Pflegeprozesse. Eine Gruppe von Pflegenden ist hierbei kontinuierlich für die Versorgung der Tagespflegegäste verantwortlich und wird von einer Gruppenleitung organisiert und kontrolliert, um sowohl die qualitative Pflegeprozessplanung, als auch die konsequente Umsetzung dessen, was in dieser festgehalten wurde, zu gewährleisten.

Die Bezugspflege bildet die strukturelle Basis zur Entwicklung einer Vertrauensbeziehung und verspricht allen Beteiligten, insbesondere den Gästen, aber auch den Angehörigen, ein Gefühl der Sicherheit.


Ihre Vorteile, unsere Tagespflege

  • Keine Pflegeheimanbindung, kein Pflegeheimcharakter
  • Herzliche, individuelle Betreuung
  • Täglich gemeinsam zubereitete Mahlzeiten (Frühstück, Mittagstisch, Kaffee & Kuchen)
  • Generationsorientiertes Einrichtungskonzept für Menschen mit Demenz
  • Rollstuhlgeeigneter Hol- und Bringservice für Nürnberg, Fürth, Erlangen
  • Gemütliches, entschleunigtes Ambiente
  • Vielseitige Aktivitäten
  • Vertragspartner der gesetzlichen Pflegeversicherung
  • Keine Kürzung des Pflegegeldes

Kontakt

Betreuungsstuben Ronhof

In der Lohe 26

90765 Fürth

 

Telefon:       +49 911 99087020

Fax:              +49 911 99087022

E-Mail:          info@betreuungsstuben.de

 

Montag         07:30 – 16:30 Uhr

Dienstag       07:30 – 16:30 Uhr

Mittwoch      07:30 – 16:30 Uhr

Donnerstag  07:30 – 16:30 Uhr

Freitag           07:30 – 16:30 Uhr

Samstag        07:30 – 16:30 Uhr
(Nur am letzten Samstag im Monat)

 

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Auch in der häuschlichen Pflege bieten wir umfangreiche Leistungen

Besuchen Sie unsere Website www.pflegedienst-rosalie.de oder kontaktieren Sie uns direkt unter

Telefon: +49 911 70100790

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